

Die Station 2C "Spurwechsel" ist seit August 2008 eine offene Station mit 12 Behandlungsplätzen.
Schwerpunkt unserer Arbeit ist die qualifizierte Entgiftung und Entwöhnungsanbahnung drogen- und alkoholabhängiger Jugendlicher in zwei Phasen: der Entgiftungsphase und der Psychotherapiephase.
Hier werden weibliche und männliche Jugendliche bis 18 Jahre mit Drogenabhängigkeit von Cannabis, Heroin, Amphetamine, Tranquilizern, Kokain, Alkohol u.a. Suchtstoffen oder deren Kombination stationär behandelt.
Da bei vielen Suchtpatienten andere Störungen wie Psychosen, Angsterkrankungen, Essstörungen, ADHS oder Störungen der Personönlichkeitsentwicklung bestehen, gehören diese ebenfalls zum Behandlungsangebot. Patienten mit einer akuten Psychose werden zunächst auf einer speziellen Station stabilisiert.

In ambulanten Vorgesprächen werden durch die Therapeuten, die auch später für die stationäre Behandlung verantwortlich sind, die Suchtproblematik und eine evtl. begleitende Kinder- und Jugendpsychiatrische Störung abgeklärt. Sollte eine stationäre Behandlung indiziert und gewünscht sein, erfolgt eine Stationsbesichtigung und Übergabe aller erforderlichen Unterlagen. Auf der Station haben die Patienten die Möglichkeit, in einem klar strukturierten Rahmen Abstand vom Drogenkonsum zu gewinnen und aktuelle Belastungen zu bewältigen.
In der qualifizierten Entgiftungsphase (3 Wochen) werden die Jugendlichen nach differenzierten Behandlungsrichtlinien von den konsumierten Drogen entzogen und für eine Weg ohne Drogen motiviert.
Bei Auftreten von körperlichen Entzugssymptomen können dafür geeignete Medikamente oder Ohrakupunktur eingesetzt werden. Wird in dieser Phase die Behandlung abgebrochen, kann die Wiederaufnahme nach einem ambulanten Vorgespräch zeitnah erfolgen.
Bestehen andere kinder- und jugendpsychiatrische Störungen und ist der Jugendliche motiviert daran zu arbeiten, erfolgt der Übergang in die Psychotherapiephase. Ein individuelles Programm, das Einzel- und Gruppentherapien sowie Familiengespräche umfasst, ermöglicht neue Erfahrungen und Umorientierung. Positive Ressourcen werden gefördert und Unterstützung in der belasteten Schul- oder Ausbildungssituation wird angeboten. Ein zentraler Punkt ist das Erarbeiten einer tragfähigen Zukunftsperspektive nach der stationären Behandlung.

Einzeltherapie:
verhaltensorientiert und tiefenpsychologisch fundiert zur Klärung von Problemfeldern
Gesprächsgruppen:
zur Stärkung der Reflexionsfähigkeit und kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgestaltung
Themenzentrierte Gruppen:
ausgerichtet auf die aktuellen Bedürfnisse der Gruppe
Rückfallprophylaxe und Rückfallmanagement:
Erkennen von Signalen und Erarbeiten von Strategien zur Vermeidung von Rückfällen
Ergotherapie:
Erlernen und Wiedererlangen von kreativen Begabungen
Bewegungstherapie:
Stärken der Körperwahrnehmung
Arztvisiten:
regelmäßig wird der Behandlungsfortschritt geprüft und mit den Jugendlichen erörtert
Sozialpädagogische Beratung:
individuelle Einzelfallhilfe wie z.B. Unterstützung bei der Perspektivplanung für Schule und Beruf
Der Wille sich zu ändern, die Einsicht in die eigene Erkrankung, die Bereitschaft an sich selbst zu arbeiten, die Teilnahme am Gruppenleben auf der Station und die Freiwilligkeit der Behandlung. Bei Fragen können Sie sich auch im Vorfeld der Aufnahme jederzeit an das Pflege- und Erziehungsteam wenden (Tel. 02365- 802-3326).