
Vor 1996 behandelte die LWL-Klinik Marl-Sinsen entwicklungsgestörte und verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Borken im Rahmen der Pflichtversorgung vollstationär mit. Im Kreis bestand keine Möglichkeit zur tagesklinischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen.
Als erste teilstationäre kinder- und jugendpsychiatrische Einrichtung im ländlichen Raum wurde 1996 die Tagesklinik Borken eröffnet. Alle zwölf Behandlungsplätze waren von Beginn an belegt. 1993 war die Tagesklinik Recklinghausen eröffnet worden. Weitere tagesklinische Behandlungsplätze kamen 1996 in Herne, 1999 in Coesfeld und 2008 in Gronau hinzu. Die Versorgung mit kinder- und jugendpsychiatrischen Therapieplätzen ist
aber immer noch unzureichend. Die gemeindenahe Versorgung muss weiter ausgebaut werden.
In den zehn Jahren von 1996 bis einschließlich 2005 haben wir in der Tagesklinik über 500 Kinder und Jugendliche behandelt. In der Regel wohnen die Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern nicht weiter als 30 Autofahrminuten von der Tagesklinik entfernt. Mit den meisten Kindern und Jugendlichen ist vor der Aufnahme in psychotherapeutischen Praxen oder Erziehungsberatungsstellen gearbeitet worden.