
In der Psychomotorik versucht man über Bewegungserlebnisse eine Stabilisierung der Persönlichkeit zu erreichen. Einerseits sollen Kinder und Jugendliche mehr Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln, andererseits sollen auch motorische Defizite verbessert und eine allgemeine Entwicklungsförderung erreicht werden.


Im Wasser können Kinder und Jugendliche vielfältige Wahrnehmungs- und Körpererfahrungen sammeln. Sie lernen viele neue Bewegungsformen kennen und müssen sich den anderen Umweltgegebenheiten (Auftrieb, Widerstand, Schwerelosigkeit) anpassen. Es besteht eine direkte gegenseitige Beeinflussung von Körper und Wasser. Durch körperliche Aktivität wird das Wasser aktiviert, was wiederum den Körper stimuliert und somit viele neue Wahrnehmungsreize schafft. Durch das Wasser, das den Körper umgibt, wird die Hautempfindung sensibilisiert, Reize werden intensiv wahrgenommen. Das Wasser auf der Haut, vor allem beim Bewegen durchs Becken, wirkt wie ein Streicheln oder eine leichte Massage, wodurch muskuläre Verspannungen gelöst werden können.
Viele Effekte, die das Wasser bietet, kann sich der Therapeut zu Nutze machen. So bietet der Auftrieb des Wassers die Eigenschaft, dass ein scheinbarer Gewichtsverlust von etwas 90 % für den Menschen eintritt. Dadurch fühlt er sich leichter und Bewegungen werden einfacher und fließender. Eine intensive Körpererfahrung wird beim Verlassen des Wassers gemacht, da das eigene Körpergewicht deutlich gespürt wird.

Vielfältige Wasserspiele haben einen hohen Erlebniswert, es kann z. B. in der Gruppe mit dem Medium Wasser oder mit verschiedenen Materialien experimentiert werden (Material- und Sozialerfahrung).
Macht man den Kindern physikalische Eigenschaften des Wassers bewusst, können diese spielerisch und leibhaftig „begriffen“ werden.
Kinder und Jugendliche erleben eigene Grenzen anderer Art, was zur Verbesserung der eigenen Einschätzung beitragen kann. Individuelle Erfolgserlebnisse sind schnell zu erreichen, wenn entsprechende Bewegungsangebote gemacht und entsprechende Bewegungsaufgaben formuliert werden. Das trägt besonders zu einem positiveren Selbstbild bei.